Zukunftschance E-Commerce. Richtig verkaufen im Internet

04.02.2017

Als „modernen Zehnkampf“ bezeichnen viele erfahrene Online-Versandhändler die Erschließung von Absatzkanälen im Internet. Wir erläutern Ihnen die wichtigen Punkte hinsichtlich Rechnungswesen und Steuern.

Die Umsätze von Unternehmen im Bereich ECommerce (Handel mit Waren und Dienstleistungen über das Internet) steigen laut offiziellen Statistiken in den letzten Jahren überdurchschnittlich an.
Insbesondere der Vertrieb von Ware über das Internet, dem so genannten Versandhandel, spricht längst nicht mehr nur junge Konsumenten an.

Doch Onlinehandel bietet sowohl für Markteinsteiger als auch für bereits etablierte Unternehmen nicht nur große Chancen, sondern auch Risiken. Um eine risikooptimierte Abwicklung zu gewährleisten sind neben vertriebsstrategischen Entscheidungen, der Gestaltung der Web-Präsenz, E-Commercetauglichen Lösungen für Buchhaltung und Rechnungswesen sowie rechtsgeschäftlichen Überlegungen auch steuerrechtliche Aspekte immer nach den aktuellsten Gegebenheiten zu prüfen.

Digitale Lösungen für die schnelle und sichere Verbuchung E-Commerce-typischer Geschäftsvorfälle.
Die technischen Anforderungen zur Verbuchung der Zahlungen sind hoch. Das können teilweise sehr komplexe Herausforderungen sein. Die Buchhaltung und die Schnittstelle zum Steuerberater muss organisiert werden.
Alle Geschäftsvorfälle müssen lückenlos verbucht werden. Nur über automatisierte Vorgänge (z.B. durch Anbindung an DATEV Schnittstellen an den Bezahldienst PayPal) lässt sich das komplizierte Rechnungswesen effizient organisieren. Denken Sie daran, dass sich der Buchungsaufwand im E-Commerce schnell verhundertfachen kann. Jeder Vorgang muss als Forderung verzeichnet und der Zahlungsausgleich muss via Lastschrift, Kreditkarte, Pay-Pal etc. gebucht werden. Von der buchhalterischen Behandlung der Retouren, geplatzten Lastschriften usw. ganz zu schweigen. Eine digitalisierte Buchhaltung drängt sich geradezu auf.

Die wichtigsten steuerrechtlich zu beachtenden Faktoren.
Handeln Sie gewerblich oder privat?

Diese grundsätzliche Frage sollte jeder Online-Verkäufer gleich zu Beginn seines Web- Engagements für sich klären. Insbesondere bei Verkäufen über die Onlineplattform eBay können sich bei falscher Einschätzung in der Folge zahlreiche negative Konsequenzen ergeben. Finanzbehörden prüfen nicht nur, ob so mancher „Powerseller“ seine Gewinne versteuert hat, sondern auch, ob die Umsätze der Umsatzsteuer unterliegen.
Unternehmerisch (wirtschaftlich) tätig wird, wer planmäßig, wiederholt und mit erheblichem Organisationsaufwand Produkte im eigenen Namen verkauft. So argumentierte der Bundesfinanzhof (BFH) in einem seiner jüngsten Urteile vom 12.08.2015.

Buch- und Belegnachweispflichten bei innergemeinschaftlichen Lieferungen.
Auch Versandhändler bleiben von den umfangreichen Nachweispflichten bei steuerfreien, innergemeinschaftlichen Lieferungen nicht verschont. Da im Onlinehandel meistens eher kleine Bestellmengen „über den Ladentisch“ gehen, steht diese Unternehmergruppe meistens einem sehr großen organisatorischen Aufwand gegenüber.
Dies betrifft insbesondere die Beurteilung des Umsatzgeschäftes und die Umsetzung der seit 2014 von den Finanzbehörden geforderten Nachweise, dass die Ware tatsächlich in das EU-Ausland gelangt ist. Fehlen diese Nachweise, sind die Voraussetzungen einer steuerfreien Lieferung nicht erfüllt und das Finanzamt wird Umsatzsteuer nachfordern. Somit sind gerade Onlinehändler gefordert, die Nachweispflichten effizient und vollständig umzusetzen, um Steuerrisiken zu vermeiden.

Bei Lieferungen ins EU-Ausland die Lieferschwellen immer genaustens im Blick behalten.
Barrierefreie Bestellmöglichkeiten führen auch dazu, dass Ware an Abnehmerkreise im EU- Ausland verkauft wird, die keine Unternehmer sind (z.B. Privatpersonen). Grundsätzlich werden diese Verkäufe mit deutscher Umsatzsteuer abgerechnet. Wird jedoch die für das jeweilige Land festgesetzte Lieferschwelle überschritten, muss sich der Onlinehändler im jeweiligen Mitgliedstaat steuerlich registrieren und in seinen Rechnungen die Umsatzsteuer des betreffenden Landes ausweisen. Der Versandhändler sollte deswegen fortlaufend die Umsätze, die er im jeweiligen Mitgliedstaat an Nichtunternehmer erzielt, im Auge behalten um ggf. frühzeitig reagieren zu können.
Bei Nichtbeachtung und Überschreitung der Lieferschwelle besteht das Risiko, dass neben der in der Rechnung ausgewiesenen deutschen Umsatzsteuer auch die Umsatzsteuer des jeweiligen Mitgliedstaates zu entrichten ist, wenn die Rechnungen nicht gesetzeskonform berichtigt werden können. Dies stellt insbesondere im Versandhandel ein Problem dar. Hinzu kommen Strafen und Verzugszinsen in den jeweiligen Ländern.

Interview OnlinehändlerEin Onlinehändler der ersten Stunde berichtet über seine Erfahrungen.

 
 

Artikel vom 17.11.2015, aktualisiert am 04.02.2017

Der Onlinehandel bietet große Chancen für Unternehmer.
Man sollte sich jedoch von Anfang an über die Pflichten und Risiken informieren. Grundlage hierfür ist eine gute fachliche Beratung mit viel Erfahrung und entsprechenden Kontakten, besonders bei Aus- landssachverhalten.

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