Nettolohnoptimierung durch steuer- und/oder sozialversicherungsfreie Gehaltsbausteine

21.03.2017

Eine „Win-win-Situation“ für Arbeitnehmer und Arbeitgeber:

Durch den Einsatz von Lohn- und Gehaltsbausteinen, die vom Gesetzgeber besonders gefördert werden, kann eine Absenkung der Lohnkosten für den Arbeitgeber (AG) und eine Erhöhung des Nettolohns für den Arbeitnehmer (AN) erreicht werden, sofern diese zusätzlich zum ohnehin vereinbarten Arbeitslohn gewährt werden.

Dazu ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer (Steuerklasse 1, keine Kinder) erhält einen monatlichen Bruttolohn i. H. v. 2.500 €. In Spalte 1 der untenstehenden Tabelle sind die aktuellen Abzüge dargestellt. Spalte 2 beinhaltet eine monatliche Bruttolohnerhöhung i. H. v. 100 €. In Spalte 3 wird unterstellt, dass anstelle der normalen Bruttolohnerhöhung die Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erstattet werden. Die einfache Entfernung zur Arbeitsstätte beträgt 22 Kilometer.

Die Ersparnis für den Arbeitgeber fällt in diesem Beispiel zwar gering aus, die Nettolohnsteigerung beträgt hingegen 49 € im Vergleich zur Bruttolohnerhöhung.

(alle Beträge in vollen € und gerundet) Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3

Bruttolohn AN

2.500

2.600

2.500

Fahrtkostenerstattung AN



100

Pauschsteuer (nur vom AG zu tragen)



(17)

Steuerliche Abzüge AN

- 370

- 399

- 370

Sozialversicherungsbeiträge AN

- 506

- 526

- 506

Nettolohn AN

1.624

1.675

1.724

Aufwand AG bisher (inkl. SV-Beiträge)

3.005

3.125


Aufwand AG neu (inkl. Pauschsteuer)



3.122

Ersparnis AG



3

Nachfolgend erläutern wir anhand einiger Beispiele die Auswirkungen der Lohn-Optimierung, es gibt noch weitere Möglichkeiten. Für alle gilt, dass oftmals Details über die Förderprivilegien entscheiden und immer der Einzelfall betrachtet werden muss.

1.   Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, die sonst nur als Werbungskosten absetzbar wären, können auch komplett erstattet werden. Es wird jeder Entfernungskilometer mit 0,30 € und für 15 Tage im Monat pauschal berechnet. Fährt man jedoch mehr als 15 Tage, muss dies separat nachgewiesen werden. Die Erstattung ist für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei, muss vom Arbeitgeber jedoch pauschal versteuert werden.

2.  Gutscheine / Personalrabatt
Zusätzlich zum Brutto-Arbeitslohn kann ein Sachbezug i. H. v. bis zu 44 € brutto pro Monat gewährt werden. Dies kann auch in Form von Gutscheinen erfolgen, die komplett (lohn-) steuer- und sozialversicherungsfrei sind. In der Praxis sind dies oft Tankgutscheine. Zusätzlich können auch Waren oder Dienstleistungen aus dem eigenen Sortiment vergünstigt abgegeben werden („Personalrabatt“). Der maximale steuer- und sozialversicherungsfreie Betrag beträgt 1.080 € im Jahr.

3.   Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Eine betriebliche Altersvorsorge liegt vor, wenn dem Arbeitnehmer aus Anlass eines Arbeitsverhältnisses Versorgungsleistungen bei Alter, Invalidität und/oder Tod zugesagt werden. Die Beiträge sind derzeit bis zu 3.048 € im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei, weitere 1.800 € werden steuerfrei gefördert. Eine Beratung hinsichtlich der Durchführung ist zwingend erforderlich.

4.   Internetpauschale, Telefon- und PC-Nutzung
Wird ein privater Internetanschluss bzw. ein privates Smartphone für betriebliche Zwecke genutzt, können die Kosten gegen Einzelnachweis erstattet werden. Alternativ können auch die zur betrieblichen Nutzung notwendigen Geräte und Anschlüsse steuer- und sozialversicherungsfrei zur Verfügung gestellt werden.

5.   Kinderbetreuungskosten
Die entstehenden Kosten für Kinderbetreuung, Kinderunterbringung und –verpflegung für nicht schulpflichtige Kinder können auf Nachweis in in tatsächlicher Höhe vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden.

6.   Restaurant-Schecks, Essenszuschüsse
Durch die Ausgabe von sogenannten Restaurant-Schecks bzw. durch Zuschüsse bei Kantinenessen kann das tägliche Mittagessen teilweise steuerfrei zugewendet werden.

7.   Erholungsbeihilfe, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
Jedem Arbeitnehmer kann eine Erholungsbeihilfe ausgezahlt werden, die dieser für Erholungszwecke verwenden muss. Die Beihilfe ist für den Arbeitnehmer komplett steuer- und sozialversicherungsfrei, muss aber vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden. Es gibt hierfür unterschiedliche Höchstgrenzen. Des Weiteren können Kosten von maximal 500 € pro Jahr und Arbeitnehmer für Leistungen übernommen werden, die der berufsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigung vorbeugen bzw. dieser entgegenwirken (Stichwort „BGM“).

8.   Steuerfreie Zuschüsse
Für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit können steuerfreie Zuschüsse für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt werden.

 
 

Artikel vom 14.11.2015, aktualisiert am 31.03.2017

 
 
 
 
 

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